1. Brief an Herrn S.

Lieber Herr S.,

es war richtig, dass Sie mir sofort eine Nachricht zukommen haben lassen. Allerdings kann ich Ihrem Wunsch nicht nachkommen, bei Ihnen noch heute eine Lobotomie durchzuführen. Wir sollten diesen Schritt zunächst sehr sorgfältig überlegen, auch wenn ich die Dringlichkeit Ihres Problems gut nachvollziehen kann. Ich verstehe Sie tatsächlich, Herr S., ich sage Ihnen, selten war mein Wunsch, im Irrenhaus zu sein, größer als heute. Es gibt sehr schöne Irrenhäuser hier in Wien, wie Sie wissen.
Ich empfehle Ihnen, täglich die dreifache Dosis Haloperidol einzunehmen, am Besten gleich morgens, noch bevor Sie ins Büro fahren. Vielleicht können wir auf diese Weise von der Lobotomie nochmals absehen. Ich möchte Sie auch inständig darum bitten, auf die Versuche, sich selbst zu lobotomisieren, vorerst zu verzichten.

Ich erwarte Ihren nächsten Bericht,
Ihr Herr H.

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2 Antworten zu “1. Brief an Herrn S.”

  1. Maquez sagt:

    „who threw potato salad at CCNY lecturers on Dadaism
    and subsequently presented themselves on the
    granite steps of the madhouse with shaven heads
    and harlequin speech of suicide, demanding in-
    stantaneous lobotomy, „

  2. Kurt Fleisch sagt:

    true!

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