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dies ist kein text

Donnerstag, 25. Juli 2013

alles versucht in den letzten zwei jahren, zwecklos. kürzlich den hinweis erhalten, dass gewisse stoffe ihren wirkstoff erst über den darm entfalten. jahrelang nicht darüber nachgedacht, und nun die vorstellung: zuerst in den mund, schlucken, über den rachen zuerst in den magen und erst dann irgendwann in den darm, von dort der wirkstoff in mein blut, das mein herz schließlich in mein hirn pumpt. jahrzehntelang nie in den sinn gekommen. also kotzen und dann schlucken. wie sich das liest: kotzen und schlucken – eigenschaften einer modernen frau. alles versucht in den letzten zwei jahren, aber keinen text produziert. keinen inhaltsvollen text, keinen inhaltsleeren text, keinen formschönen text, kein unförmliches wortchaos. nichts. aber alles versucht. immer nur alles versucht, aber nichts produziert. wären die versuche selbst ein text, dann ja, aber keinen text produziert. alles versucht: arbeit: ermüdend, liebe: zwecklos, leiden: kitschig, tabletten: vom schwachsinn zum hangover. vermessen zu sagen, ich hätte alles versucht. nein, ich habe gar nichts versucht. arbeit wegen den umständen. liebe hat mich versucht. es hat gelitten in mir. nungut, für die tabletten übernehme ich die verantwortung. doch das mit dem darm – wer hätte das wissen können? jahrelang geglaubt, berauscht zu sein, während ich nüchtern war, jahrelang mich dann nüchtern gefühlt, als ich endlich dem rausch unterlegen war. alles versucht, in mir. immer noch, und schon wieder kein text hier – ein text des textes wegen, mehr nicht. meine eigene sprache liegt vor mir wie ein verkrüppelter wachkomapatient. keine worte, keine rhythmik. warum kein tourette? das ist meine spur! alles gesucht in mir, alles versucht mit mir, alles verflucht. aber wie oft bin ich früher in einer massenvorlesung gesessen, als mir plötzlich ganz heiß wurde, und das gefühl hatte, ich müsste augenblicklich aufstehen und „halts maul du fotzeeee!“ herausbrüllen. nie getan, hoffe ich. oft überlegt, ob nicht doch. aber nein, leider kein tourette, bloß eine vorstellung – eine sehr schöne. letztens gehört, direkt: „das opfer fordert den täter heraus“ – das nenne ich schwachsinn, größtmöglicher, dümmster schwachsinn, der im moment seines ausdrucks, wenn auch nur in diesem einen fall, aber doch in diesem fall vom schwachsinn zum wahrsinn wird – gleich in den kopf schießen. was, wenn nicht dieser sprechakt sollte eine herausforderung sein, ein opfer zu produzieren. insofern bezeichne ich ab sofort all jene, welche solche sätze produzieren als freiwillige opfer, selbstmörder. das ist meine spur. denn sprechen funktioniert – das performative, unmittelbare ist nicht zu bändigen und da, immer da. immer da, ja sogar dann mit emotionen, ausbrüchen, und – maria im himmel verzeih! – aggressionen! gewissen menschen mit einer gut geschärften kleinen axt ins genick zu schlagen, gerade so, dass es bricht; der schädel darf gerne dran bleiben. am rande dazu eine anmerkung: es gibt in meiner parallelgasse jemanden, der jedes mal, wenn ich mit meinem vw-bus in dieser gegend parke, und tatsächlich jedes mal! – ich parke selten dort aus diesem grund, vier mal in diesem jahr, und vier mal das selbe – … der also jedes mal einen seitenspiegel meines vw-busses abreißt – meist gehsteigseitig. also hier zum beispiel: parken, warten und ein kleiner schlag von hinten mit der hacke ins gnack. (falls betroffene person dies zufällig liest: nicht, dass sie mir dann mit ihren letzten worten kommen, sie hättens nicht gewusst!) gäbe noch viele andere… so manch ein nachbar; jeder besoffene, der vor meiner tür uriniert; prinzipiell alle, die nicht fähig sind, einen sinnvollen satz zu produzieren; vertreter, besser gesagt: alle, die unangekündigt an meiner türe läuten, aber insbesondere vertreter: kirchenvertreter – hier sagt der begriff ja schon alles; versicherungsvertreter; verkäufer; generell verkäufer, die sich dem modell eines pyramidensystems bedienen – verachtenswert; speziell herbalife verkäufer, die ihre diätpillen in achtunddreißig verschiedenen yogastudios magersüchtigen kindern verkaufen, nebenher verkäufer fürs verkaufen zu gewinnen, um ganz frei von deren moral mitzunaschen. „mit“-zu-naschen scheint generell ein phänomen bei verkäufern zu sein. also geld: all jene, die etwas nur, d.h. ausschließlich wegen geldes tun: ins genick mit der hacke. hier vielleicht sogar: kopf ab, anlaufen, durchziehen – ein schuss bis in den letzten rang hinauf!

das ist meine spur! und jetzt, da mein magen gerade leer ist, ein schlafmittel, damit der zweite absatz etwas flüssiger wird… und eine rauchpause bis zum darm. sollte doch schneller gehen… mal sehen. als selbstkritischer geist, kann ich freilich jetzt sagen, dass dieser schwachsinnigste, dümmste satz „das opfer fordert den täter heraus“ neben dem genannten einzigen fall, wenn der sprecher dieses satzes wegen dieses satzes zu einem opfer werden muss, auch in den oben genannten fällen stimmen könnte. also wenn ich endlich all diesen leuten das genick brechen bzw. ihnen ihren kopf abschlagen werde, könnte durchaus gesagt sein: sie hätten es herausgefordert. kann man aber nicht, denn sie sind zuerst einmal die täter. die opfer sind andere, ich bin bloß der henker. um das jetzt aber doch noch weiter – lächerlich – zu relativieren, vermutlich allein deshalb, weil morgen keine polizei an meiner türe läuten sollte, denn oben ist schließlich beschrieben, was mit jenen passiert, soll gesagt sein: ich besitze noch keine hacke! und um die wahrheit zu lügen: ich würde mir auch keine kaufen – zumindest nicht für diesen zweck. doch es ist die spur. sie kommt auch ohne verbrechen aus. eine sprache, die sich im wachkoma befindet – nach wie vor, denn auch dies ist kein text – kann auch heftig geschlagen und getreten werden, bis sie vielleicht zurückschlägt und zurücktritt. wie es im sprechen funktioniert, sollte erst lauter gesprochen werden. wie man sich liebt, sollte erst richtig gefickt werden. und wo es schwachsinnig zugeht, sollte erst ein „halt dein maul, hurenkindfotze“ genügen dürfen.

doch es ist wieder verkampft, es ist wieder wortlos, es ist wieder ohne rhythmus. es ist wieder kein text. und die geschichte mit dem darm? nichts zu merken. neue drogen? ist es das? neue drogen – neue sprache? oder briefe an die eltern statt an herrn s.? was inspiriert denn überhaupt noch in einer solchen scheißwelt? wenn der DJ-index abstürzt? verkrüppelte menschen, die sich nie ändern? nie! umgeben, täglich, ständig, von der größten scheiße, permanent, überall. steh ich letztens in kaisermühlen, rechts bei kaisermühlen verkrüppelte, besoffene menschen; links neue, hohe, tote betonhäuser menschenleer – sofort kotzen und 2mg schlucken! aus dieser zeit kann alles produziert werden, bloß keine texte mehr… nicht ohne neue spur…