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tote worte

Montag, 19. Juli 2010

stopfen wir uns voll mit tabletten vor lauter angst. das ist ganz einfach. wir sind ohnehin emotionslos, isoliert und automatisiert. jede gefühlsregung ist ohnehin stumpf und mechanisch, ohnehin schon von außen unterdrückt in ihrer anormalität. aber irgendwann lehnt sich das innen auf, gegen diese unterdrückung, dann funktioniert das alles nicht mehr. dann ist auf einmal nichts mehr stumpf und mechanisch, dann sind da überall messerscharfe klingen, die unter strom stehen, die in unsere schädel eindringen, uns wie blitze aus dem nichts treffen, und unsere gehirne zum zucken bringen. da ist mal wieder einer ausgezuckt. stopfen wir ihn voll mit tabletten, er ist zu sehr bei sich, der arme mensch. wer spricht da zu ihm? wir können es nicht sein. wir sprechen nicht mehr, unsere worte sind längst tot, unsere toten worte schicken wir nur noch über drähte. jeder spricht für sich allein, stumm, das immergleiche vor sich hin. ein anderer klaubt sie nachher auf, die toten worte von der toten erde, irgendwann, wenn sie nichts mehr bedeuten. stopfen wir ihn voll, den armen menschen, der da zuckt. und nun klaubt sie auf, diese toten worte, die nichts mehr bedeuten, und stopft euch voll, mit euren tabletten…